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Das
Wort Ostern
Ostern ist mit Pfingsten das älteste Fest der
Christenheit und erwuchs aus dem jüdischen Passa-/Pessach-Fest.
Das Wort Ostern kommt nur
im Deutschen und Englischen (Easter) vor und beruht auf einer Fehldeutung
im 6. Jhd. Das fest lässt sich nicht als vorchristliche Feier zu Ehren
einer angeblichern germanischen Frühlingsgöttin Ostara erweisen (diese
hypothetische Göttin wurde erst nachträglich aus dem Namen geschlossen).
Im fränkischen Kirchenlatein findet sich die Bezeichnung Albae paschales
für die Osterwoche., die auf den Brauch der römischen Kirche
zurückgeht, dass die Neugetauften bei den Frühlingsgottesdiensten in
weißen Kleidern erschienen ( Weisser Sonntag, Dominica in Albis). Die
frühchristlichen Franken verstanden Albae als die
"Morgenröten" und übersetzten es mit dem germanischen Wort
austro. Die fränkischen Dolmetscher, die mit Augustinus 597 nach England
zogen, brachten das Wort dorthin. Dem Wort liegt das indogerm. ausos
(Morgenröte, urspr. Licht) zugrunde.
Wann ist Ostern?
325 entscheidet das Konzil von Nizäa, dass das
Osterfest am 1. Sonntag nach dem Frühlingsvollmond zu feiern sei, wobei
als Frühlingsanfang der 21. März gilt. Ist der 21. März ein
Vollmond-Sonntag wird der darauffolgende Sonntag Ostersonntag.
In den ersten Jahrhunderten wurde Ostern an nur einem
Tag gefeiert: als Leiden und Tod, als Auferstehung und Himmelfahrt des
Herrn und als Tag des Heiligen Geistes.
Bis Mitternacht wurde in der Osternacht gefastet (Trauerfasten). Im
4. Jhd. Wurde die Feier von den „heiligen drei Tagen“, von Gründonnerstag
bis zum Auferstehungstag, abgelöst. Christi Himmelfahrt wurde 40 Tag nach
Ostern gefeiert.
hierzu auch Kalenderberechnung
Der Osterhase
Der Osterhase wird zum ersten mal 1682 von Georg
Frank in seiner Abhandlung: „De ovis paschalibus" von "Oster-Eyern“ erwähnt.
In der Übersetzung von Leffz heisst es dort: „...in Elsaß und den
angrenzenden Gegenden nennt man diese Eier Haseneier auf Grund der Fabel,
mit der man einfältigen im Geiste und Kinder weissmacht, der Osterhase
lege solche Eier und verstecke sie in den Gärten im Grase, damit sie von
den Kindern zum Ergötzen der lächelnden Erwachsenen desto eifriger
gesucht werden.“
Während der Osterhase im 18. Jhd. Noch weniger
bekannt ist, nimmt er im 19.Jhd. und erst recht in unserem Jhd. Einen
festen Platz ein.
Dabei hatte der Osterhase als Eierbringer zunächst
starke Konkurrenz. Im bernischen Emmental, im Kanton Zug und Luzern
lieferte die Eier der Kuckuck, in Thüringen der Storch und in Westfalen
stellenweise der Fuchs. In Sachsen und Holstein soll es der Hahn gewesen
sein, der die Eier legte und brachte.
Für die Verbindung von Ostern und Hase kann es zwei
Gründe geben. Der Hase war das erste Tier, das schon im zeitigen Frühjahr
Junge gebar. So wurde er wahrscheinlich zum Symbol der neuen Winternacht
und damit zum Auferstehungssymbol.
Wahrscheinlicher ist, das für die Verbindung von
Hase und Ei der Zinstermin Ostern maßgeblich war. Denn der Hase war wie
Geflügel, Brot, Eier usw. eine der Realabgaben an die Besitzer der bäuerlichen
Ländereien.
Das Osterei
Symbolik:
Die Symbolik des Eies ist von Theologen
im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlich gedeutet worden.
Für die einen war die Eischale Sinnbild des alten
Testamentes und der Kern des Eies Symbol des neuen Testamentes.
Zum Osterfest werde der Kern zur „Nahrung der Gläubigen“.
Für andere war das Ei Sinnbild der Eucharistie, zu
deren Genuss die Christen zur Osterzeit verpflichtet waren und Symbol der
Auferstehung.
Das Christentum nimmt wahrscheinlich die alte
Symbolik des Eies auf: das Sinnbild des Lebens aus dem scheinbar Toten. So
wird das Ei zu einem der wichtigsten Symbole der Auferstehung.
Griechische Mythologie:
Dem pelasgischen Schöpfungsmythos nach vereinigte
sich die Urgöttin Eurynome mit der Urschlange Orphion (die von Eurynome
selbst geschaffen wurde). Daraufhin legte sie das Weltei, aus dem Himmel
und Erde und alle Kreaturen entstanden.
Dem orphischen Schöpfungsmythos nach wurde die Nacht
vom Wind begattet. Die Nacht legte ein silbernes Ei aus dem der Zwitter
Eros hervorging, der „Beweger des Alls“.
Die Eierweihe
Im 12. Jhd. Ist die erste „Eierweihe“
nachzuweisen. Sie hat wohl den gleichen Ursprung wie die Weihe der anderen
Speisen zum Osterfest: Das so lange verbotene soll als geweihte Speise
genossen werden. Früher wurden vor allem die „Antlasseier“ (die an Gründonnerstag
gelegt wurden) zur Weihe getragen. Die geweihten Eier galten als Schutz
gegen das Heben von Lasten, wurden in den Äckern vergraben um das
Wachstum zu fördern und die Ernte vor Unwetter zu bewahren. Um
Fruchtbarkeit für das nächste Jahr zu erlangen wurden diese Eier in die
erste gebundene Erntegarbe gelegt. Die Schalen dieser Eier wurden mit der
Asche des Osterfeuers auf die Äcker gestreut um den Ertrag zu steigern.
Das gefärbte Osterei
Freidank erwähnt zum ersten Mal gefärbte Ostereier
in seinem Werk „Bescheidenheit“ im frühen 13. Jahrhundert. Neben
Luther berichtet auch Th. Kirchmayer von roten Eiern in der österlichen
Speisenweihe.
1625 kommt von Fritsch der Hinweis: „Zu Ostern
werden die Eyer grün, gelb, rot, schwarz und blau und anderer Art gefärbt.“
Schon 1617 berichtet E. Putaneus in seinem Werk „Ovi Euconium“ von
beschrifteten, gemalten und geätzten Ostereiern.
Die Kunst Ostereier phantasievoll zu bemalen wurde
vor allem in den östlichen Teilen Europas gepflegt. In den letzen
Jahrhunderten hat man jedoch auch wieder bei uns großen Wert auf die
Gestaltung von Eiern gelegt.
Brauchtum
Bereits im 16. Jhd. Erwähnte J. Fischart das
Eierlaufen. Wohl in ganz Deutschland ist das „Eierpicken“ bekannt, bei
dem die Eier mit der spitzen oder stumpfen Seite gegeneinandergeschlagen
werden.
Das „Oarscheibn“ ist in Bayern bekannt. Hier
werden zwei Holzstäbe so nah zusammengestellt, dass Eier auf Ihnen
herunterrollen können. Wer die untenliegenden Eier berührt, dem gehören
diese.
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